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| Anthroposophische Reinkarnationstheorie im Vergleich mit der anderer Religionen Inhaltsverzeichnis Einleitung
Sowohl in der Begriffswahl wie auch der Benutzung von Symbolen löst sich R. Steiner nur teilweise von H.P. Blavatskys Schriften und auch nach seiner Trennung von ihr und damit von einem von ihm als zu großem empfundenen Einfluss indischer Lehren werden in seinen Vorträgen weiterhin Begriffe benutzt, die aus der indischen Religionswelt stammen, wie z.B. Karma, Devachan etc.. Desweiteren spielt bei ihm wie auch in Blavatskys Werk Die Geheimlehre die Zahl Sieben eine große Rolle, die von ihr deswegen so häufig benutzt zu werden scheint, da sie ihrem Verständnis nach in jedem religiösen System vorkommen soll.
Starke Ähnlichkeit besteht zur Lehre des Buddhismus, mit dem Unterschied, dass die Taten nicht in der Seele, sondern im Geist gespeichert werden. Um die Gesetzmäßigkeit von Karma zu erklären, wird in Rudolf Steiners 9. Band Theosophie erst einmal die Funktionsweise von Körper, Seele und Geist erläutert. Dabei handelt es sich bei seinem Modell um eine dreiheitliches Modell, das dem der westlichen Welt entspricht, nicht aber dem des Buddhismus, bei dem es sich um ein zweiteiliges handelt, das aus Körper und Geist besteht. Es ist aber zu vermuten, dass es in diesem Fall nicht christliche Elemente sind, die R. Steiner inspiriert haben, sondern vor allem H.P. Blavatskys Modell, da er genau wie sie ein Bindeglied zwischen Körper und Geist einführt, das er als Seele bezeichnet, während sie es Fohat nennt, wobei sie sich auf nicht näher genannte Okkultisten bezieht. Nach R. Steiner erfasst der Körper durch seine Sinnesorgane bestimmte Eindrücke und leitet sie an die Seele weiter, die sie speichert und dadurch einen vergänglichen Eindruck als unvergängliche Erinnerung aufbewahrt. Diese kann bei bestimmten Gelegenheiten wieder als Vorstellung erscheinen und beeinflusst dadurch die Handlungen eines Menschen. Der Geist, der von Natur aus in der Lage ist, die Wahrheit zu erkennen, wird durch die Seele mit ihren Erinnerungen erweitert und er ist in der Lage, aus ihnen durch Umwandlung eine Essenz zu gewinnen, die er zur Erweiterung seine Fähigkeiten nutzt. Im Buddhismus wird dies ähnlich gesehen, doch werden in der buddhischen Philosophie die Erlebnisse im Geist sowohl gespeichert wie auch bewertet, da alles, was auf nicht-körperlicher Ebene geschieht, als Aktivität eines einzigen ungetrennten Bewusstseins gesehen wird. Die Gesetzmäßigkeit der zukünftigen Auswirkungen durch gegenwärtige oder vergangene Erlebnisse wird nun bei Rudolf Steiner auf die der Tat übertragen, indem er die Theorie aufstellt, dass das Ich nicht nur durch Eindrücke, sondern auch durch Taten mit der Umwelt in Kontakt tritt und Wirkungen verursacht, die zu Ergebnissen führen, die ohne die Taten nicht entstanden wären und die dadurch wie die Sinneseindrücke, die durch die Seele gespeichert werden und als Vorstellung wieder im Bewusstsein auftauchen, abermals mit dem Ich in Kontakt treten.
Rudolf Steiner begründet seine Theorie der Wiedergeburt damit, dass es eine Ursache für den Geist eines Menschen geben müsse, so wie es eine Ursache für seinen Körper gibt. So wie der Vorfahre eines Menschen seine Gene an seinen Nachfahren weitergibt, so gibt eine frühere Wesenheit ihren Geist an ihren Nachfolger weiter. Als einen Hinweis darauf sieht Rudolf Steiner die Tatsache, dass sich der menschliche Geist der einzelnen Menschen so stark voneinander unterscheidet, dass es ihm als sehr unwahrscheinlich erscheint, dass er nur durch Gene und Erziehung geformt hätte werden können.
Rudolf Steiners Beschreibung vom Zustand der Seele nach dem Tod trägt Züge aus unterschiedlichen Religionssystemen, vor allem dem des Buddhismus und des Christentums. Nach der Theorie R. Steiner lösen sich Seele und Geist nach dem Tod vom Körper, da der Körper nun keine Kraft mehr hat, sie an sich zu binden. Eigentlich müßte sich die Seele nun vollständig mit dem Geist verbinden und nur noch in einer rein geistigen Welt existieren, doch durch die Erlebnisse im physischen Körper hat sie Begierden entwickelt, die sie nur mit der Hilfe eines Körpers befriedigen kann. Deshalb ist sie solange auf die physische Welt ausgerichtet, bis sie alle Begierden verloren hat. Diese verliert sie nach einer Zeit intensiver Entbehrung, wenn sie gelernt hat, ohne den Gegenstand ihrer Begierden auszukommen.
Die sieben Bereiche der Seelenwelt Rudolf Steiner unterteilt dabei die Seelenwelten, die ein Mensch nach seinem Tod durchwandern soll, in sieben Bereiche, in die alle Menschen gelangen. Dabei liegen diese nicht in Schichten übereinander, sondern durchdringen einander, so dass sie der Mensch alle gleichzeitig wahrnehmen kann, insoweit er die geistigen Vorraussetzungen dafür entwickelt hat. Hat er für eine oder mehrere Regionen keine oder nur wenige Eigenschaften entwickelt, so nimmt er diese garnicht oder nur sehr schwach wahr. Die erste und zugleich als niedrigste angesehene Region wird als die der Begierdenglut bezeichnet. Er vergleicht diese mit dem Fegefeuer in der Bibel, da die Menschen in ihr von ihren Begierden gereinigt werden. In sie gelangen vor allem die Menschen, die besonders selbstsüchtige Begierden besaßen und die alles, was nicht zu ihrer Befriedigung diente, ablehnten. Diese Begierden werden in diesem Zustand auf das Unerträglichste gesteigert, bis die Seele begriffen hat, dass die einzige Möglichkeit, dem Leid auszuweichen, die Aufgabe von ihnen ist. In die zweite Region dagegen gelangen vor allem Menschen, die weder besonderen Dingen ab- noch zugeneigt sind und die sich von allem möglichen beeinflussen lassen. Sie wird Region der fließenden Reizbarkeit genannt und ist recht leidvoll, da der Mensch unter dem Verlust der sinnlichen Eindrücke leidet, bis auch er sich auflöst. Die dritte Region der Wünsche durchleben vor allem die Menschen, die vor allem Symphatie empfinden und von ihren Wünschen bestimmt sind, die aber ebenfalls nach der Erkenntnis, dass sie unerfüllbar sind, erlöschen. Die vierte Region ist die Region von Lust und Unlust und betrifft in erster Linie die Menschen, die sehr sinnlich sind und sich sehr stark mit ihrem Körper indentifiziert haben. Sie verlieren ihr Selbstgefühl und fühlen sich innerlich leer. Wenn sie erkannt haben, dass sie nicht ihr physischer Körper sind, dann verlieren sie ihre Anhaftung an den Körper und sind bereit, in die allgemeine Seelenwelt aufzugehen.
Die höheren Regionen der Seelenwelt Die erste der höheren Regionen ist die des Seelenlichtes, die sehr intensiv von denen empfunden wird, die ihre Umwelt sehr positiv empfunden haben und die hier erkennen, dass alles Streben nach einem irdischen wie himmlischen Paradies sinnlos ist. Die zweithöchste Region der tätigen Seelenkraft reinigt diejenigen, die zwar zum Wohle anderer handeln, dies aber vor allem tun, um ihre eigene sinnliche Lust zu befriedigen und bringt sie der allgemeinen Weltenseele, die alle Menschen miteinander vereint, näher. Die letzte Region heißt Region des Seelenlebens und sie befreit den Menschen von den letzten Resten seiner Hinneigung zum Sinnlich-Physischen. Auch hier finden sich Einflüsse des Buddismus, da es in der buddhistischen Lehre auch so gesehen wird, dass der Mensch nach seinem Tod in unterschiedlichen Stufen von bestimmten Störgefühlen gereinigt wird. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass es sich im Buddhismus um andere Störgefühle handelt. Außerdem werden hier ansich als negativ empfundenen Gefühle als Rohmasse für ihre Umwandlung zur Weisheit betrachtete werden, was optimistischer erscheint, als das bloße Auflösen von ihnen, wie es in der Anthroposophie gesehen wird. Ist die Seele von all ihren Begierden und Irrtümern gereinigt, so geht sie nach R. Steiners Theorie in die Geisteswelt über, die sich so sehr von der physischen unterscheidet, dass man[...] sich der Gleichnisse bedienen [muss], um[sie] zu schildern . R. Steiner erklärt, dass liege daran, dass das Wesen des Geistes nur in der geistigen Welt gänzlich wahrgenommen werden könne, da Gedanken während des physischen Lebens nur ein schwaches Abbild seiner wirklichen Natur seien. Wenn nun der Mensch aber sein in der Geisteswelt sein geistiges Auge zu benutzen lernt, dann sehe er das geistige Bild einer Sache so deutlich wie er in der physischen Welt mit seinem pysischen Auge einen Gegenstand aus Materie wahrnehmen gekonnt habe. Diese geistigen Bilder werden als Urbilder bezeichnet, da sie vor den physischen und seelischen Bildern da gewesen seien. Er wertet dabei die nicht-geistigen Bilder ab, da sie nur Nachbilder der geistigen seien. Diese geistige Wirklichkeit ist für R. Steiner eine viel intensivere als die physische. Die Sicht, dass die irdische Welt nur ein Schatten der geistigen ist, findet man auch bei Platon. Außerdem bestehen Parallelen zu dieser Sichtweise in der buddhistischen Lehre, in der die Wahrnehmungen eines Buddhas, der nicht mehr aus Materie, sondern aus reiner Energie besteht, als viel intensiver und wirklicher bezeichnet werden, als die der grobstofflichen (also physischen) Wesen. Im Gegensatz zu den sinnlichen Bildern aber, beschreibt sie R. Steiner als schaffende Wesenheiten, die sich ständig bewegen, verändern und auseinander hervorgehen. Zusätzlich zu den visuellen Eindrücken in der geistigen Welt kommen noch auditive, senitive, eben jegliche, die auch in der physischen Welt mit den Sinnesorganen wahrgenommen werden können. Den sieben Regionen der seelischen Welt entsprechend, gibt es auch in der geistigen Welt unterschiedliche Zonen. Dabei sind diese nicht wirklich voneinander getrennt, sondern existieren zugleich am selben Ort.
Sinn des Aufenthalts im Geisterland nach dem Tod Nach R. Steiners Theorie muss der Mensch sich wiedergebären lassen, wenn er mit der physischen Welt in Kontakt treten möchte, damit die materielle Welt wiederum auf ihn wirken kann. Der physische Körper wird hier genau wie im Buddhismus als Werkzeug gesehen, dessen Antrieb aber der Geist selbst ist. Da die Gedanken des Menschen hier aber nur auf körperlicher Ebene auftreten können, sind sie und damit der Geist selbst beschränkt. R. Steiner bezeichnet diese Begrenzung als Schleier der physischen Welt. Dennoch ist das Leben in einer physischen Welt auch für den Geist von Nutzen, da der Mensch in ihr lernt, seine Gedanken in Materie umzusetzen. Ist der dann wieder in die geistige Welt zurückgekehrt, so wird seine Erfahrung in Fähigkeit umgewandelt.
Die sieben Bereiche der Geisteswelt Die erste Region kann am ehesten mit der Erde und ihren belebten und unbelebten Erscheinungen wie Mineralien, Pflanzen, Tieren und Menschen verglichen werden. Die Beziehung zur physischen Welt mit dieser Geisterwelt beschreibt R. Steiner wie folgend: Man denke sich irgendeinen begrenzten Raum mit physischen Körpern der mannigfaltigsten Art ausgefüllt. Und nun denke man sich diese physischen Körper weg und an ihrer Stelle Hohlräume in ihren Formen. Die früheren leeren Zwischenräume denke man sich aber mit den mannigfaltigsten Formen erfüllt, die zu den früheren Körpern in mannigfachen Beziehungen stehen. R. Steiner beschreibt diese geistige Welt als eine Entsprechung der pysischen Welt, die zugleich aber das genaue Gegenstück zu ihr ist, was aus dem obigen Zitat hervorgeht. Diese Vorstellung läßt vermuten, dass es in dieser geistigen Welt keine sinnlichen Wahrnehmungen mehr gibt und dieser Aspekt stellt wieder einen Gegenpol zur buddhistischen Vorstellung dar, nach der ein Buddha, obschon selbst nur noch aus Energie bestehend, durchaus zu sinnlichen Wahrnehmungen fähig ist und die physische Welt wahrnehmen kann, wenn auch in einer viel höheren Intensität als ein unerleuchtetes Wesen. Das liegt daran, dass im buddhistischen Weltbild Materie und Geist nicht als Gegensatz angesehen werden, sondern als untrennbar miteinander verbunden eine Einheit bilden, während in der Theosophie Gegensätze auch auf absoluter Ebene existieren. Die Gedanken des Menschen werden hier erlebt und damit auch körperliche Erscheinungen wie der eigene Körper. Er wird hier als Gedanke erlebt und wird dadurch zu einem Element der Außenwelt. Dadurch verschwindet dann die Trennung des eigenen Körpers und der der anderen Menschen. Als Ergebnis versteht man, dass alle Körper eine Einheit bilden. Schließlich versteht der Mensch dann, dass er eigentlich zur Geisterwelt gehört und indentifiziert sich mit der Einheit aller Geister und damit mit dem Urgeist. R. Steiner weist hier selbst auf indische Einflüsse hin, indem er der Vedanta zitiert Ich bin Brahman . Da der Mensch auf dieser Ebene alles, was in seinem vorherigen physischen Leben geschehen ist, nochmals auf einer höheren Ebene durchlebt, lernt er und steigert die Fähigkeit der Freundes- und Familienliebe. In der zweiten Region trifft der Verstorbene auf die s.g. Urbilder des Lebens, die aus Gedanken bestehen. Sie sollen in der Konsistenz dem Blut gleichen, das durch einen tierischen Körper fließt. Nach R. Steiner wird hier nun ersichtlich, dass alles Lebende eine Einheit ist. Dieser Einheitsgedanke von allem Lebenden findet man auch im Buddhismus, wo alles Bewusstsein eine Einheit bildet. Die dritte Region wird als Luftkreis des Geisterlandes bezeichnet, da sich der Mensch hier in einem viel dünneren Element als dem der vorhergegangen befinden soll. Alle Gefühle werden hier in einer geistigen Form erlebt, sind aber um ein Vielfaches in-tensiver als die Empfindungen auf einer körperlichen Ebene. Diese Sichtweise, dass man, wenn man die eigenen Gefühle und die der anderen als eine Einheit erlebt, automatisch zum Wohle anderer handelt, ist ebenfalls eine These aus der buddhistischen Weltanschauung. Die vierte enthält ist die erste Region des reinen Geisterlandes und wird als Wesen-heit beschrieben, die die Aufgabe hat, die anderen Ebenen zu ordnen. Es befinden sich in ihr die Urbilder, die Ursache für alles Schöpferische sind, wozu alle Beschäftigungen gezählt werden, die über die Tätigkeiten und Gedanken des Alltgäglichen hinausgehen. Künstler, Gelehrte und Erfinder können in ihr ihr Talent weiterentwickeln.
Die höheren Bereiche der Geisteswelt Die letzten drei Regionen unterscheiden sich von den vorausgegangenen darin, dass sie deren Urbilder antreiben. In der fünften Region besteht das Selbst des Menschen in seiner unverfälschten Form. Dabei ist es notwendig, dass der Mensch in seinem physischen Leben das Bewusstsein dafür entwickelt, dass jegliches Phänomen ihre Bedeutung für den Fortgang der Entwicklung der Existenz hat. Er versteht, dass das Karma, sei es positiv oder negativ, wichtig für die zukünftige Entwicklung ist. Außerdem ist er in dieser Region fähig, sich an seine früheren Leben zu erinnern und auch seine zukünftigen vorrauszuschauen und kann sich sogar selbst Ziele für sie setzen. Durch diese Erweiterung des Geistes steht er nun in Verbindung mit höheren Wesen, die alle Weisheiten besitzen. In der sechsten Region ist er nun in der Lage, stets im Sinne des Ganges der endgültigen Weltordnung zu handeln. Erlangt der Mensch die siebte Region, so erkennt er nun seinen eigenen Wesenskern und kann die physische, die seelische und die geistige Welt überblicken.
Nach R. Steiner wird der Mensch erst dann wieder von der irdischen Welt angezogen, wenn er alle Beschäftigungen des letzten Lebens in der geistigen Welt erlebt und sie so in Weisheit umgewandelt hat. Auch dieser Aspekt erinnert an den Buddhismus, nach dem der Mensch dann wieder von einem Körper angezogen wird, wenn er alle Eindrücke des letzten Lebens abgebaut hat, nur mit dem Unterschied, dass es im Buddhismus nicht so ist, dass jemand durch den Zwischenzustand weiser geworden sein muss, um sich mit einem neuen Körper zu verbinden. Es ist im Gegensatz zu R. Steiners Vorstellung sogar so, dass der Buddhismus lehrt, dass jemand ohne Störgefühle ein Buddha ist und gar nicht mehr wiedergeboren werden muss, wogegen die Geburt das Resultat bestimmter Störgefühle sind. Die Systematik ist folgende: Gier führt zur Wiedergeburt als Mensch, Hass zur Wiederverkörperung als Dämon oder in den Höllenzustand, Anhaftung ist die Ursache für eine Geisterexistenz, Geiz läßt Menschen zu hungrigen Geistern werden, Neid führt zu einem Halbgötterzustand, und Stolz zum Götterzustand, wobei hier der Götterzustand beim Buddhismus als genauso vergänglich gesehen wird wie alle anderen Zustände, wogegen R. Steiner den Zustand, in dem sich der Mensch mit der Gesamtheit alles Geistigen vereinigt hat, als Götterzustand bezeichnet, aus dem ein Mensch nicht mehr hinabstürzen kann. Will man buddhistische Begriffe benutzen, so ist der von R. Steiners erstrebte Zustand eher mit dem eines Buddhas oder Bodhisattvas zu vergleichen, als mit der Götterexistenz, die stets zum Fall in tiefere Bereiche führt. Und betrachete man die Vorstellung von Wiedergeburt, so unterscheiden sich die Thesen Steiners grundsätzlich von dem des Buddhismus, in dem ein Verlust der Erfahrungen und mit den ihnen verbundenen Weisheiten jederzeit möglich ist, wenn jemand noch nicht den Buddhazustand erreicht hat, während R. Steiner wie im Hinduismus von einem stetigen Aufstieg in höhere Spähren ausgeht. R. Steiner beschreibt in seinem vierten Vortrag in München am 28. Mai 1907 nun, wie der Mensch sich wieder mit einem neuen Körper verbindet. Dabei gelangt er erst einmal in die Astralebene und erhält dort einen Astralleib. Dabei zieht er nur das an, was er sich durch sein vorheriges Leben erarbeitet hat. Dann muss schließlich ein passender Ätherleib und ein physischer Körper gesucht werden, wobei dem Menschen nach R. Steiner bei der Suche nach einem passenden Elternpaar von einem s.g. Volksgeist, den alle Angehörigen eines Volkes besitzen sollen, geholfen werden. Kurz danach sucht er sich einen physischen Körper. Bevor er sich mit ihm verbunden hat, da ist es ihm nun möglich, die Dinge, die er im zukünftigen Leben erlebern wird, vorherzusehen. Dieser Moment soll aber nur sehr kurz andauern. Und gerade dieses Vorausschau auf das nächste Leben und das gleichzeitige Wissen über die Erfahrungen im letzten Leben soll bei Menschen, die häufig schlechte Erfahrungen gemacht haben und die nun wieder solche erwarten, dazu führen, dass sich der Astralkörper nicht richtig mit dem physischen Körper verbindet, woraus nach R. Steiners Auffassung geisige und psychische Behinderungen entstehen sollen, während im Buddhismus vor allem vorhergehende Taten die Gesundheit des Körpers und der Psyche bestimmen. Zukünftigen Verbindungen zu den zukünftigen Eltern sind Resultate aus vorherigen Leben, wobei bestimmte Teile des Ätherleibes, zu bestimmten Personen hingezogen werden. Der Ätherleib fühlt sich zum eigenen Volk und der Familie hingezogen, der Astralleib zur Mutter und das Ich zum Vater. Eine ähnliche Vorstellung findet man auch im Buddhismus, allerdings wird in ihm das Bewusstsein als Einheit zur Eizelle der Mutter gezogen, wenn es sich um einen Jungen handelt, der gezeugt wird und zum Vater, wenn es ein Mädchen ist.
Zweck und Ziel der Wiedergeburt Eigentlich müßte der wiedergeborene Mensch nun nach dem Gesetz des Karmas wieder einen Körper erhalten, der seinen Fähigkeiten entspricht. Dennoch ist es so, dass selbst ein geistig hochtentwickeltes Wesen sich wieder mit einen Säuglingskörper verbindet und so zunächst nicht all seine Fähigkeiten aufgrund eines noch nicht genügend entwickelten Gehirns nutzen kann. R. Steiner erklärt diesen Gegensatz damit, dass der wiedergeborene Mensch die Zeit in dem noch nicht ausgereiften Körper brauche, um sich der Umwelt anzupassen, damit er nicht zum Außenseiter wird. Bei seiner Prägung spielen nun sowohl die in früheren Leben entwickelten Fähigkeiten eine Rolle, wie die Umwelt. Dabei bilden diese Fähigkeiten nun verändert im neugeborenen Menschen fort, nämlich als eine Grundlage für neue Fähigkeiten. Wie oft sich ein Mensch wiedergebären lassen muss, dass hängt von dem Weltenmodell der Theosophen ab, dass davon ausgeht, dass es sieben Wurzelrassen, d.h. Entwicklungsstufen gibt, die der Mensch durchlaufen muss wie auch sieben Unterrassen, so kommt H.Rudolph auf insg. 700-800 Mal . Außerdem muss dies auch noch auf allen Planetenstufen geschehen. Im Buddhismus gibt es dagegen keine solche Einschränkungen, da die Existenz als unendlich und immerwährend betrachtete wird. Der Zweck der Wiedergeburten besteht nach R. Steiner und H.P.Blavatsky vor allem darin, Erfahrungen zu sammeln und sich durch sie auf immer höhere Entwicklungsstufen zu gelangen, bis der Mensch ein Gottmensch ist, der von H.P.Blavatsky als Buddha bezeichnet wird. Auch hier lassen sich ganz deutlich bei H.P. Blavatsky Merkmale des Mahayana-Buddhismus feststellen, in dem Buddhas auf das Nirvana verzichten, um den noch nicht erleuchteten Wesen zu helfen. Dabei unterscheidet sich die theosophische Sicht aber dadurch von der buddhistischen, dass im Buddhismus nicht nur den Menschen, sondern allen Wesen in jedem der 5 Daseinsbereiche geholfen werden soll und es keine unterschiedlich alten Wesen gibt, da die Welt aus dem Gesamtbewusstsein entstand und es so keine Trennung zwischen den Wesen gibt, die es zuließe, zwischen alt und jung zu unterscheiden. Auch kann man nicht die Jahre zählen, wie oft ein Mensch als ein solcher wiedergeboren wurde, da im Gegensatz zur Theosophie ein Absturz in niedrigere Lebensbereiche durchaus möglich ist, bis der Mensch die Erleuchtung erreicht hat.
DIE BIBEL oder die ganze HEILIGE SCHRIFT des Alten und Neuen Testaments. Nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers. DIE BIBEL oder die ganze HEILIGE SCHRIFT des Alten und Neuen Testaments. Nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers. Textfassung 1912. Stuttgart. Deutsche Bibelgesellschaft 1982 BLAVATSKY, Helena Petrowna. Die Geheimlehre. Gekürzte Ausgabe in einemBand.1. Auflage. London. Adyar-Verlag 1975. BLAVATSKY, Helena Petrowna. Die Geheimlehre. Eine Auswahl. CAMPBELL, Bruce. Ancient Wisdom Revived. A Hisory of the Theosophical Movement.1. Auflage. Berkeley, Los Angeles, London. University of California Press 1980 FREMANTLE, Francesca und TRUNGPA Chögyam. Das Totenbuch der Tibeter. 19. Auflage. München. Eugen Diedrichs Verlag 1998 GAUTAMA, Buddha. Worte lebendiger Stille. 1. Auflage. Freiburg im Breisgau. NYDAHL, Ole. Wie die Dinge sind. Eine zeitgemäße Einführung in die Lehre Buddhas. 3. Auflage. Sulzberg. Joy Verlag 1995 NYDAHL, Ole. Ngöndro. Die Vorbereitungen auf den Mahamudra-Weg. RUPPERT, Hans-Jürgen. Theosophie- unterwegs zum okkulten Übermenschen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Neu- und Umdefinition biblisch-christlicher Glaubensinhalte in theosophischen Texten und Stellungsnahmen. STEINER, Rudolf. Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung. STEINER, Rudolf. Luzifer-Gnosis. Gesammelte Aufsätze 1903-1908. STEINER, Rudolf. Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Dreizehn Vorträge, gehalten in Dornach zw. d. 25. Januar und 23. März 1924. Rudolf-Steiner Gesamausgabe. Band 1. STEINER, Rudolf. Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Die karmischen Zusammenhänge der anthroposophischen Bewegung. Elf Vorträge, gehalten in Dornach zw. d. 1. Juli und und 8. August 1924. Rudolf-Steiner Gesamausgabe. Band 3. STEINER, Rudolf. Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Das geistige Leben der Gegenwart im Zusammenhang mit der anthroposophischen Bewegung. Zehn Vorträge und eine Ansprache, gehalten in Dornach zw. d. 5. und 28 September 1924. Rudolf-Steiner Gesamausgabe. Band 4 4. Auflage. Dornach/Schweiz. Rudolf Steiner Verlag 1974 STEINER, Rudolf. Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Siebzehn Vorträge, gehalten in Prag, Praris und Breslau zw. d. 29. März und 15. Juni 1924. STEINER, Rudolf. Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Siebzehn Vorträge, gehalten in Arnheim, Torquay, Zürich und Stuttgart zw. d. 28. Januar und 27. August 1924. Rudolf-Steiner Gesamausgabe. Band 6. STEINER, Rudolf. Karma als Schicksalsgestaltung des menschlichen Lebens. Neun Vorträge in Breslauf vom 7.- 15. Juni 1924 WADENFELS, Hans. Lexikon der Religionen. Pänomene-Geschichte-Ideen. ZANDER, Helmut. Reinkarnation und Christentum. Rudolf Steiners Theorie der Wiederverkörperung im Dialog mit der Theologie. Seth Ghwyndion |
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