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Opiumträume

Des Nebels weißer Schleier, er streift der Seele Schwingen.
Sein bleicher Hauch durchdringet der Herzen zartes Klingen.
Der Herr des Masken streifet nun ab des Engels Schein.
Und offenbahrt uns lächelnd sein wahres dunkles Sein.

Der Meister nun umhüllet die Seelen süß wie Mohn.
Das Opium der Sinne, es sei der Opfer Lohn.
Sie irren nun im Traume hinab ins Meer der Lüste.
Verfallen ihm, dem Täufer, der einst die Leiden küßte.

Gefangen nun die Seelen, gebunden tief im Grunde.
Der Herr der Sinne streichelt ganz sanft der Seele Wunde.
Der Opfer Seele wanket, versucht sich zu befrein.
Im Taumel tiefer Träume, man hört sie ängstlich schrein.

Der Gott dunkler Verzückung, er schmeckt der Seelen Säfte.
Er gleitet in Ekstase tief, die anfacht seine Kräfte.
Der Hitze heißer Brand nun füllet seine Glieder,
Sein seufzend lautes Lustgeschrei durchdringt der Seelen Lieder.

Und nun hinaufgestiegen zum Gipfel der Gelüste
Er steigt hinab ins tiefe Tal der Fluren kalter Brüste.
Dann seiner Opfer Sinne nun kriechen kalt und bleich
Wie todgetaufte Seelen durch ihres Herren Reich.

Er lächelt sanft und zärtlich, läßt streicheln sein Gefieder.
Er küßt der Seelen Trauerkleid, der Opfer traurig Lieder.
Doch sollt er einst erlösen die hauchumsponne Seele,
Dann dürstet sie nach rotem Mohn, damit er sie auch quäle..

Seth Ghwyndion

Kurzbiographie der Autorin
Vampir-Chronik von Seth Ghwyndion